DO1CMH

7. August 2011

Lob für die BNetzA

Filed under: Uncategorized — do1cmh @ 15:04
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Es gibt eigendlich keine andere Behörde mit deren Arbeit ich immer wieder zu frieden bin. Dies sei an dieser Stelle auch mal erwähnt.

Die „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“, oder wie Spötter sie nennen die „Bundesnetzagentur für Gas, Wasser, Schei***“, reguliert die öffentliche Netze in Deutschland. Dies hat viel mit Wettbewerbsrecht und Entmonopolisierung zu tun.
Letztes klingt historisch gesehen etwas merkwürdig, waren doch vor 20 Jahren noch die Bundesbahn und die Bundespost die alleinigen staatlichen Monopolisten für ihre Dienstleistungen. Die BNetzA geht unmittelbar auf das ehemalige Bundespostminsterium zurück. Dieses wurde später zum Bundesamt für Post- & Telekommunikation (BAPT) verschlankt und mit der Liberalisierung der Märkte zur Regulierungsbehörde für Post- & Telekommunikation (RegTP). Nachdem erneuten Redesgin der deutschen Amtsstuben haben wir nun die Argentur für Arbeit (ex-Arbeitsamt) und eben die Bundesnetzagentur. (Mir stellt sich spontan die Frage, ob wir es noch mit Sachbearbeitern zutun haben oder mit Agenten…)

Dieser historische Exkurs ist eigentlich nicht ganz sowichtig, da sich beim Thema Amateurfunkverwaltung seit dem letzen Jahrhundert keine Zuständigkeitsrängeleien ergeben haben.
Eine andere Anekdote basiert auf meinem anderen Hobby: Historische Telefon(technik) der Bundespost.
Zur Klärung einer Urheberrechtsfrage (Wer hat die Rechte an 30 Jahren alten DBP-Bedienungsanleitungen) wandte ich mich 2008 per Mail an die BNetzA als Nachfolgeinstitution des  damaligen Bundespostministeriums. Umgehend erhielt ich Antwort aus zuständigen Fachreferat in Bonn. Eine persönliche aber zunächste pauschale Antwort, dass sich die Frage nicht pauschal beantworten ließe und man nähere Informationen. Also rief ich den Sachbearbeiter zurück und wir führten ein ausführliches und kompetentes Gespräch. Eine konkrete & endgültige Antwort fand sich zwar leider auf Grund der Komplexität nicht, aber zumindest nahm  man die Anfrage ernst.
Die gleiche Frage stellte ich übrigens einem der Bundespostnachfolgeunternehmen. Den Eingang bestätigte man mir automatisiert, auf eine Antwort warte ich bis heute noch.
Nur soviel: Die Telefonistin des Unternehmens wusste nicht einmal was die Bundespost war und wollte mich immer wieder an den gelben Konzern, ebenfalls in Bonn ansäßig, verweisen…

Apropos Telep Hon: Beruflich muss ich mich desöfteren durch die Regularien der BNetzA kämpfen und ärgere mich immer wieder über die katastrophal unübersichtliche Webseite. Dabei geht es natürlich um sehr spezielle TK-Themen.
Von der Startseite aus besser erreichbar sind hingegen die, für die breite Masse interessanten, Themenbereich wie Dialerdatenbanken, Rundfunkstörungen oder Amateurfunk.
Zusammengefasst wird dort alles relevante zum AFu auf einer Seite. Garniert mit weiterführenden Links zu Formularen, Prüfungsfragen und der Rufzeichenliste.
Am wichtigstend sicherlich die zuständigen Außenstellen, an denen sich mit AFu befasst wird und Prüfungen stattfinden.

Den ersten Kontakt mit der BNetzA hat man dann in aller Regel vor der Prüfung, nämlich wenn es um die Anmeldung geht. Prüfungen finden regelmäßig und deutschlandweit statt. Der Ansturm z.B. von ganzen AFu-Kursen, hält sich abe seit Jahren schon in Grenzen. Daher muss man auf einen Termin, der mangels Masse nicht abgesagt wird, einige Zeit warten oder eine längere Anfahrt in Kauf nehmen.
Ich habe ein zeitlang in Flensburg gewohnt, ganz oben an der dänischen Grenze. Von dort aus geht es nur abwärts (die A7 runter)! Auf Grund von Einsparungen wurde der BNetzA-Standort Kiel (80km) geschlossen, der nächstgelegende ist die Außenstelle Hamburg (160km).

Als ich mich im Spätsommer 2010 dazu entschlossen hatte, die Prüfung wegen akuten Jucken in den Fingern schnellst möglich abzulegen, fragte ich natürlich zunächst in Hamburg an. Weiterverbunden zur regionalzuständigen Niederlassung Bremen (250km) machte man mir keine großen Hoffnungen.
Für den Termin gegen Ende des Jahres seien noch zu wenig Anmelungen eingangen als das die Prüfung damit stattfinden können. Ggf. würde der Prüfungstermin kurzfristig verschoben.
Naja, man ist ja flexibel, also auch bei der  Niederlassung Köln nachgefragt, ob für die Außenstelle Mülheim a.d. Ruhr (520km) Termine anstehen. Den hätte ich mit einem Heimaturlaub in der Nachbarschaft verbunden.
Einziges Angebot war ein Termin zu Kölle in der närrischen Zeit. Welch Jeck sich das bloß ausgedacht hat?

Was nu? Der Termin in HH stand noch nicht fest weil die nötige Teilnehmerzahl noch nicht erreicht war. Also war der erste Schritt, sich anzumelden, damit ein Teilnehmer auf der Liste steht.
Per Post das Anmeldeformular eingereicht und en paar Tage später einen Rückruf in Abwesenheit aus Bremen gehabt.
Fix zurück gerufen und offenbart bekommen, dass es dieses Jahr wohl nix wird.
Aber, so die nette Dame aus Bremen, man könne mir den Sondertermin zur Interadio in Hannover anbieten.

Vom Termin zur Interradio am 30.10.2011 hatte ich bereits im Internet gelesen. Erstmalig sollte dort eine Außenprüfung während des Messebetriebs stattfinden. Darüber hatte ich mir ein paar Gedanken gemacht. Hannover liegt etwas über 300km von Flensburg entfernt auf dem Weg ins Ruhrgebiet und umgekehrt dito (ca 2h Fahrt).
Was blieb anderes übrig, wenn ich dieses Jahr die Prüfungsurkunde noch in Händen halte wollte.
So ließ ich mir von der BNetzA-Mitarbeiter den Termin schließlich schmackhaft machen.
Dann ging alles sehr schnell. Donnerstags, 14.10, telefoniert und wegen der kürze der Zeit den Gebührenbescheid direkt per Email bekommen. Die Entrichtung der Anmeldegebühr ist vorraussetzung für die Einladung zur Prüfung. Per Onlinebanking ist das am gleichen Tag auch kein Problem mehr. Samstags, 16.10., hatte ich auch schon die Einladung per Post (!) im Briefkasten.

Ebenfalls sehr löblich ist die scheinbar gute Zusammenarbeit mit der INTERRADIO. Es lag ein Farbausdruck des Geländesplans und es Hallenplanes bei.
Der Veranstalter wiederum erstattete den Prüfungsteilnehmern den Eintritt zur Messe.  Von den 7,- wäre ich jetzt auch nich arm von geworden, die BNetzA-Gebühren stehen da auf einem anderen Blatt.
Die Prüfung zwei Wochen später lief dann im lockeren Rahmen in den Tiroler Stuben der Messe Hannover ab.
Die beiden Prüfer waren bemüht die einzelnen Prüfungsteile schnellstmöglich auzuwerten, sobald alle Teilnehmer die Bögen abgeben hatten. Die maximalen 90 Minuten brauchte niemand in Anspruch nehmen.
Das einzige was bei dem Außentermin, im Gegensatz zu regulären Innenterminen, nicht möglich war, war die direkte Zuweisung eines (Wunsch)Rufzeichen. Nachvollziehbarerweise ist der Zentralrechner in Mainz am Samstag nicht zugänglich. Die Wüsche wurden aber vor Ort notiert und zu Beginn der Woche eingetragen. In der gleichen Woche hatte ich auch schon die gelbe Zulassungsurkunde im Briefkasten.

Mittlerweile bin ich zurück ins Ruhrgebiet gezogen. Folglich ist die Adresse im gelben Wisch veraltet.  Da ich hauptsächlich mobil/portable Betrieb – auch jenseits der Grenze –  mache, lege auf ein gültiges CEPT-Novice-Dokument großen Wert.
Auf Nachfrage in Köln solle ich dort hin Urkunde zuammen mit der Standortänderung einschicken, man würde es zur zuständigen Außenstelle weiterleiten.
Erstmalig jedoch ließ die Antwort auf sich warten. Als ich vier Wochen nach Einwurf noch immer nichts von der Agentur gehört hatte, rief ich gegen 12h noch mal an. (Innerlich schon in Erwartung das alle Agentin im Urlaub oder zumindest in der Mittagspause sein würden).
Die freundliche Agentin in der Rheinstadt war selbst erstaunt über die lange Bearbeitungszeit und versprach nachzuforschen. Einen Rückruf habe ich nicht mehr bekommen, dafür am nächsten Tag die neue Urkunde per Post, zusammen mit der alten ungültig gestempelten. Mit Postversand hat das bis zu meinem Briefkasten keine 24h gedauert.

Ich bin sicher, dass die BNetzA in Zukunft sicher noch einigen Mist wie störende Sekundärzuteilungen, auslaufende Allgemeinzuteilungen oder beschränkte EMV-Vorgaben verzapfen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Amateurfunkverwaltung machen aber einen klasse Job. Da können wir uns als Hobbisten freuen, dort so bemühte Ansprechpartner zu haben.

 

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